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Einweihung des Solarparks in Engen

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Regierungspräsidentin bei Einweihung Solarpark Engen
Wichtiger Beitrag und Modellcharakter für Solaroffensive Südbaden
Solarstromproduktion entspricht dem Verbrauch von 800 Menschen

Der Solarpark Engen ist ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung der Solaroffensive der baden-württembergischen Landesregierung in Südbaden. Dort ist es gelungen, die Interessen des Klimaschutzes mit denen des Naturschutzes und der Landwirtschaft so zu verbinden, dass alle Interessengruppen das Solarkraftwerk unterstützen. Im Beisein von Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, der Grünen-Landtagsabgeordneten Dorothea Wehinger und des Engener Bürgermeisters Johannes Moser nahm Peter Sartena, Geschäftsführer der Stadtwerke Engen den Solarpark Engen, direkt an der Autobahnausfahrt symbolisch in Betrieb.
Die solarcomplex AG hat den Solarpark für die Stadtwerke Engen und die Familie Lang, die Eigentümerin der Fläche ist, entwickelt und gebaut. Der Solarpark Engen wird knapp 750 KW Leistung haben und nach Planung der Stadtwerke Engen mehr als 800.000 KWh Strom pro Jahr produzieren. Das entspricht immerhin dem privaten Stromverbrauch von ca. 800 Engener Bürgerinnen und Bürgern. Jährlich werden damit rund 450 Tonnen CO2 vermieden. Einschließlich privater und gewerblicher Erneuerbare-Energien-Anlagen erzeugen die Stadtwerke Engen nun rund 44 % des verkauften Stroms regenerativ.
Das positive Beispiel von Engen strahlt aus. Mehr als zehn Kommunen im Landkreis Konstanz beschäftigen sich, unterstützt von Fachleuten aus dem Landratsamt Konstanz und dem Regierungspräsidium Freiburg, aktuell mit größeren und kleineren Solarparks oder der Erweiterung bestehender Solarstromanlagen im Freiland. Dabei sollen die landwirtschaftliche Wertschöpfung und die Belange des Naturschutzes bestmöglich verbunden werden.
„Im Regierungsbezirk Freiburg haben wir die meisten Sonnenstunden in Deutschland, Tendenz steigend. Wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen, müssen wir das hohe Potenzial der Sonnenenergie nutzen. Die Eröffnung des Solarparks Engen ist ein starkes Signal für den Ausbau der erneuerbaren Energien und hat Modellcharakter für ganz Baden-Württemberg, zumal er auch die Interessen der Landwirtschaft und des Naturschutzes in vorbildlicher Weise berücksichtigt,“ so Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer.
Der Solarpark Engen war Anlass für eine landesweite Diskussion, wie die Abstandsregelungen für Solarparks an Autobahnen in Baden-Württemberg umgesetzt werden sollen. Nachdem diese zentrale Frage geklärt war, konnten der vorhabenbezogene Bebauungsplan und die Flächennutzungsplanänderung durch die Stadt Engen und durch die Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft schnell durchgeführt werden. Dabei haben die Mitarbeitenden in der Engener Kommunalverwaltung vorbildliches geleistet. Es gab sowohl vom Landratsamt Konstanz, als auch vom Regierungspräsidium Freiburg nach Klärung der verkehrsrechtlichen Fragen Unterstützung für die Umsetzung des Solarparks zwischen Autobahn und Bundesstraße.
Jörg Dürr-Pucher, Leiter Projektentwicklung bei der solarcomplex AG lobt Bürgermeister Johannes Moser und den Engener Gemeinderat für ihre Weitsicht, auf der Gemarkung geeignete Flächen für den Bau von Solarparks zur Verfügung zu stellen. Darin unterscheidet sich Engen deutlich von der großen Mehrheit der Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg, die mit Hinweis auf den Flächenbedarf für Wohn- und Gewebegebieten den Bau von Solarparks bislang sehr oft ablehnen.
In diesem Modellprojekt ist es gelungen, die häufig widerstreitenden Interessen von Landwirtschaft und Naturschutz zu verbinden. Die meisten Vorgaben des Leitfadens für Freilandsolaranlagen, den das Umweltministerium vor wenigen Wochen herausgegeben hat, konnten bereits umgesetzt werden. Der Solarpark wird ökologisch hochwertig als magere, blütenreiche Wiese bewirtschaftet werden und soll sich zu einem Insektenparadies entwickeln. Die Einbindung in die Landschaft wird durch heimische Heckenpflanzungen gewährleistet.
Neben der Produktion von klimaschonendem Solarstrom binden die Bodenbildungsprozesse im Solarpark auf dem circa 1,3 ha großen Grundstück das zuvor als Acker genutzt worden war, mehr als 10 t CO2 pro Jahr und damit so viel wie ein durchschnittlicher Bundesbürger jährlich ausstößt. Da im Solarpark zukünftig weder Kunstdünger noch Pestizide oder Herbizide eingesetzt werden, profitieren auch der Grundwasser- und Bodenschutz von der klimaschonenden Energieerzeugung am Ortseingang von Engen.